Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

3. Dezember 2018
von Alexandra
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ae17 Lügen

Niemand prahlt damit, ein guter Lügner zu sein, doch wenn wir ehrlich sind, lügen wir den ganzen Tag. Wir lügen über den Grund unserer Verspätung, machen aus Höflichkeit falsche Komplimente, beschönigen die Fakten, manipulieren das Kind. Lügen sind hilfreich und verlockend, was sie moralisch zweifelhaft macht – gleichzeitig sind sie die Grundlage zwischenmenschlicher Kommunikation. Gelungene Beziehungen, beruflicher Erfolg und Lebenszufriedenheit sind eng mit unserer Fähigkeit, zu lügen, verbunden. Aber sollten wir deswegen unsere Bedenken über Bord werfen und die Lüge preisen?

21. Oktober 2018
von Alexandra
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ae16 Geld

Geld ist nicht nur effizientes Tauschmittel, sondern auch Motor des Fortschritts und der Modernisierung. Geld hat uns als Menschheit in die Freiheit geführt und zur Rationalisierung der Welt beigetragen. Aber ob diese neoliberalen Überzeugungen wirklich zutreffen, darf angezweifelt werden. Die Verteufelung des Geldes hat eine lange Geschichte, denn hinter der Neutralität und Toleranz von Münzen und Scheinen steht ein unpersönliches System, in dem das Individuum keine Rolle spielt.

Aber geht das auch anders? Können wir als Menschheit den Umgang mit Geld neu erlernen? Kann es uns am Ende sogar helfen, die Welt ein Stück besser zu machen? Um das herauszufinden, müssen wir endlich über Geld sprechen – gegen alle inneren Widerstände. Wir haben schon mal den Anfang gemacht.

17. August 2018
von Alexandra
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ae15 Schmutz

Seine Ablehnung hilft, soziale Hierarchien zu errichten und Gesellschaft zu ordnen. Hinter unserer Schmutz-Aversion steckt nicht nur die Sorge um Hygiene. Wenn wir von „Schmuddelkindern“ sprechen, von „schmutzigen Geschäften“ oder „schmutzigen Gedanken“, wird deutlich, dass Schmutz eine kulturelle Kategorie ist, die ausschließt und unterdrückt, was nicht in die gängigen Vorstellungen passt. Dass Schmutz auch produktiv und bereichernd ist, können wir dagegen in Kunst, Film und Musik regelmäßig erfahren. In dieser Folge spüren wir den Bedeutungsschichten des Schmutzes nach und überlegen, ob ein Leben ohne Schmutz wirklich wünschenswert wäre.

12. März 2018
von Alexandra
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ae011 Normalität

Regelmäßig, üblich, maßgebend, typisch, durchschnittlich, gewöhnlich, gewohnt, erwartet, universal, allgemein, konventionell, korrekt, herkömmlich: Normalität ist ein Konzept, das wir intuitiv verstehen, doch wenn wir genauer werden wollen, kommen wir ins Schwitzen. Denn was normal ist und was nicht, ist eine Frage der Interpretation, und die ist abhängig von Zeit, Ort und Kultur des Interpretierenden. Während in autoritären Systemen Normalität erwünscht und gefordert wurde und einen Überlebensvorteil darstellte, scheint unsere individualistische Gesellschaft sich stärker am Besonderen als am Allgemeinen zu orientieren. Und doch ist die Frage nach der eigenen Normalität in verschiedenen Lebensphasen von ungeheurer Brisanz.

31. Januar 2018
von Alexandra
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ae010 Verlierer

Verlieren hat viele Bedeutungen. Wir können unseren Regenschirm verlieren, oder gleich unseren Verstand. Wir verlieren, wenn wir im Spiel unterliegen oder wenn wir an unseren eigenen Erwartungen scheitern. Die einen verlieren auf einen Schlag ihre Heimat, während die ewigen Verlierer aus Deutschland, kollektiv erstarkt, der AfD applaudieren.

Unsere kapitalistisch geprägte Welt hat wenig übrig für den Verlierer, doch in der Popkultur genießt er ikonischen Status. Denn im Gegensatz zum geradlinigen Gewinner haben seine Geschichten Tiefe und Aussicht auf eine Wendung. Nur wer fällt, hat die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Ist das Verlieren am Ende eine Kunst, deren Beherrschung die Voraussetzung für echten Erfolg ist?

Wie Nelson Mandela so treffend sagte: “Ich verliere nie. Entweder ich gewinne, oder ich lerne.“ Wir spüren in dieser Folge dem Elend, aber auch dem Glanz des Verlierens nach und freuen uns auf eure Geschichten!

26. Mai 2017
von Alexandra
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ae004 Fotografie

Die Entwicklung der Fotografie von einer elitären Praxis zur Massenkultur ist erstaunlich. Bedurfte es vor 150 Jahren noch einer sperrigen und kostspieligen Apparatur, ist die Kamera heute Teil unseres Smartphones und jederzeit einsatzbereit. Doch Erinnern und Bewahren ist längst nicht mehr Hauptfunktion privater Aufnahmen. Wir dokumentieren und inszenieren unseren Alltag und nehmen am Leben Fremder teil. Ist die Bilderflut ein Fluch oder ein Segen? Wie verändert Fotografieren unsere Erfahrung? Wie viel konstruktive und zerstörerische Macht können Fotografien entwickeln? Diesen und vielen anderen Fragen widmen wir uns in unserer neuen Folge.

22. März 2017
von Katrin
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ae002 Scham

Scham ist keine schöne Emotion. Und doch formt sie uns wie keine andere. Sie begleitet uns in allen Lebensphasen, bringt unser Selbstbild hervor und prägt unser Verhältnis zur Gesellschaft. Jeder hat eine Schamgeschichte; Scham ist der Stoff, der Literatur und Kunst befeuert. Es gibt so viele Gründe, rot zu werden, wie es gute Gründe gab, uns mit diesem schmerzhaften Thema intensiv zu beschäftigen. In der zweiten Folge unseres neuen Podcasts präsentieren wir euch also ein Bouquet unserer schönsten Blamagen, Wissens- und Staunenswertes über die Scham, etwas handfeste Forschung und noch mehr verschämte Plauderei. Ist euch jetzt schon peinlich? Dann nichts wie reinhören!