Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

Humor

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Übertreibung, Täuschung, Vagheit und Doppeldeutigkeit, Beleidigungen, Verzerrungen, Behauptungen ohne Evidenz: Humor leistet sich Dinge, die wir im echten Leben als unredlich und normverletzend wahrnehmen würden, aber die wir in seiner der Wirklichkeit enthobenen Sphäre mit Schmunzeln, Kichern und Lachen goutieren. Gelächter schafft Gemeinschaft, stärkt das Immunsystem, vertreibt trübe Gedanken, hilft Menschen durch die Krise.

Nicht ohne Grund steht Humor auf der Liste der begehrenswerten Eigenschaften ganz oben. Wir brauchen die heilende Wirkung des Humors mehr denn je, aber welche Zukunft hat er, wenn die Grenze zwischen witzig und verletzend immer dünner wird? Diesen und vielen anderen Fragen spüren wir in dieser Folge nach. 

Links und Hintergründe

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4 Kommentare

  1. Hi zusammen,

    ich habe mir die aktuelle Folge eures tollen Podcasts noch nicht angehört. Ich habe mich aber gefragt, ob nicht die Themen Entschuldigung/Entschuldigen und Danken für AE etwas wären. Ich weiß nicht exakt warum, aber mir bedeuten diese Themen relativ viel, weil ich sie für wertvolle Gesten halte. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Entschuldigung und Danke manchen Menschen nicht so über die Lippen kommt, weil es für sie Gesten der Schwäche sind. Für mich hingegen sind sie Gesten der Stärke oder des Selbstbewusstseins, weil man/frau sich dabei nicht zu ernst, sondern Abstand von sich nimmt und sich gleichzeitig solidarisch zeigt. Okay….sprechendes Denken….jetzt habe ich die Begründung doch geliefert 😄👍. Vielleicht dient es euch ja als Inspiration.

    Beste Grüße
    Fabian

  2. Thema Lisa Eckhardt: Diese hat in der rechten Szene interessanterweise zahlreiche Fans, die die Kunstfigur für bare Münze halten und sie als “natürlich” und “authentisch” anhimmeln. Wäre es nicht zu erwarten, dass sie mal öffentlich dazu Stellung nimmt und den Leuten sagt “Sorry Kleiner, aber du hast nix verstanden”? Mich verwundert ein wenig, dass dies nicht passiert. Dieser Sachverhalt, dass sie die Verehrung ihrer Kunstfigur so unwidersprochen hinnimmt, ließe sich auch in einige ungünstige Richtungen interpretieren…

  3. Hallo, ich habe mit großem Interesse euren Podcast über Humor gehört. Überhaupt finde ich gerade in die bunte Welt der Podcasts hinein. Sehr bereichernd und hilfreich für mich. Eins ist mir über den Humor in den Sinn gekommen. Ich glaube dass Humor sehr viel mit Liebe zu tun hat. Liebe scheint mir sogar die Grundlage für Humor zu sein. Ihr habt viel über Sarkasmus und Zynismus gesprochen. Das stellt für mich das Gegenteil dar, den Blick verengend, und unter anderem deshalb verachtend, verletzend und destruktiv. Humor braucht Liebe um nicht zu verachten, verletzen und um konstruktiv zu sein. Ich bin mir sicher.
    Grüße
    Flo

  4. Hallo, ich schaffe es jetzt über die Feiertage endlich mal ein wenig den Backlog meines Podcatchers nachzuhören und wollte euch noch meine spontanen Gedanken zu “Minderheiten-Gags” und so schreiben.
    Für mich selbst ist das ein Thema, bei dem ich mich selbst nicht richtig positioniert bekomme, ich kriege das nicht wirklich intellektualisiert… Ich bin selber schwul und habe eine sehr ambivalente Erfahrung mit Schwulen Witzen oder Humor auf dem Rücken von oder durch schwule Akteure. So habe ich beispielsweise vor wenigen Tagen eine YouTube Video der Serie “Anything wrong with…” über den Simpsons Film gesehen, in dem angeprangert wurde, dass ganz harmlose Witze gemacht wurden. Zum Beispiel: Alle sind in der Kirche, Ned Flanders steht an der Kanzel und sagt mit großer Verve, es müsse allen etwas sehr wichtiges mitteilen. In der ersten Reihe sitzt Homer, hat die Finger an beiden Händen überkreuzt und murmelt “Gay, gay, gay, gay”… Fand ich unglaublich witzig und überhaupt nicht zu beanstanden – vielleicht weil ich selbst viele schwule Männer kenne, die sich eben nicht trauen sich zu outen, sich dabei unglaublich verbiegen und das Leben schwer machen. Ein Schulfreund von mir hat sich vor einem Jahr mit Anfang 30 geoutet und ich konnte miterleben, was für eine Erleichterung das für ihn war.
    Andererseits kann ich die Darstellung von Schwulen beispielsweise bei Modern Family oder Queer Eye überhaupt nicht ertragen, das macht mich bisweilen wütend, und zwar weil sie jeweils ein Klischee verfestigen, in dem ich mich nicht gut wiederfinden kann und gegen das ich immer wieder “ankämpfen” muss. Schwul sein hat nichts mit Extroversion, Femininität oder einer Liebe für Kitsch und Barbra Streisand zu tun, das ist aber die Schublade in der ich erstmal immer lande, wenn ich mich bei jemandem oute. Ich muss quasi eine neue Definition aufmachen und mein Gegenüber dann davon überzeugen, dass das die Version ist die weit näher an der Realität ist.

    Und so hat mir das darüber schreiben dann auch selbst ein wenig beim sortieren geholfen, danke dass ihr das Fenster dafür geöffnet habt.

    Alles Gute und bis zum nächsten Kommentar 😊

    David

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