Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

12. Juni 2024
von Alexandra
1 Kommentar

Frauen lesen, Frauen hören

In dieser Folge beschäftigen Katrin und Alexandra sich mit Literatur und Musik von Frauen. Während „Frauenliteratur“ noch vor zehn Jahren als Label für seichte Unterhaltung herhalten musste, rückt heute die große Literatur von Frauen in den Fokus und stellt die Alleinherrschaft der Klassiker, die wir in der Schule gelesen haben, infrage. Schreiben Frauen anders? Wie wurden sie gelesen und wie lesen wir sie heute?

Alexandra entdeckt derweil das Genie von Komponistinnen und fragt nach den Bedingungen ihres Schaffens. Clara Schumann kennen alle vom 100-Mark-Schein. Aber wer hat je ihre Musik gehört? Wusstet ihr, dass Hildegard von Bingen auch Musik komponiert hat? Dank der Arbeit von Musikwissenschaftlerinnen werden Komponistinnen endlich sichtbar. Wer sich aufmacht, Musik von Frauen zu entdecken, hat eine faszinierende Reise vor sich. FOMO? Absolut berechtigt!

Links und Hintergründe
Frauen lesen:
Magda Birkmann
rororo: Entdeckungen
Podcast: Die Buch
Ullstein: Marlen Haushofer: Die Wand
Suhrkamp: Isabel Allende: Das Geisterhaus
Marlen Haushofer neu verlegt bei claassen
Wikipedia: George Elliot
Rowohlt: Mareike Fallwickel: Die Wut die bleibt
Dumont: Mieko Kawakami: Brüste und Eier
Diogenes: Maria Popova: Findungen

Frauen hören:
Aufbau-Verlag: 250 Komponistinnen
Doku: Komponistinnen
Podcast: Komponistinnen im Fokus
Blog von Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka
Kassia: Byzantinische Hymnen
Hildegard von Bingen: De Spiritu Sancto
Henriette Renié: II. Scherzo (aus dem Trio für Harfe, Violine und Cello)
Henriette Renié: Concerto in C-Moll
Mel Bonis: Près du Ruisseau, Op. 9
Mel Bonis: Desdemona, Op. 101

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8. Mai 2024
von Katrin
1 Kommentar

Das Kafkaeske und Einsamkeit

Das Kafkaeske
Das Wort „kafkaesk“ hat sich in der deutschen Sprache für Zustände von Angst, Orientierungslosigkeit und Absurdität etabliert und bringt die Machtlosigkeit des Individuums angesichts anonymer bürokratischer Kräfte zum Ausdruck. Dass kafkaeske Zustände nicht nur in dystopischer Literatur zu finden sind, sondern zunehmend auch in unserer digital geprägten Gegenwart, davon konnte Alexandra sich zuletzt selbst überzeugen. Die „Niemandsherrschaft“ (Hannah Arendt) kann uns unvermittelt zum Albtraum werden, wenn wir unser Leben undurchsichtigen Riesenunternehmen anvertrauen.

Einsamkeit
Sieben Jahre sind vergangen, seit Katrin und Alexandra über das große Thema Einsamkeit gesprochen haben. Seitdem hat sich bei beiden einiges getan. Höchste Zeit für ein Update! Katrin reflektiert über Erfahrungen und Denkanstöße, die ihre Sicht auf die Einsamkeit verändert haben. Welche Rolle spielen unsere eigenen Theorien und Interpretationen bei der Konstruktion von subjektiv empfundener Einsamkeit? Und welche Strategien können helfen in Zeiten, in denen wichtige Menschen fehlen?

Links und Hintergründe

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3. April 2024
von Alexandra
3 Kommentare

Glück und Schreiben

Glück
Keine Sorge, in dieser Folge geht es nicht um den Glücksbegriff der Tee-Industrie oder den sicheren Weg in die Zufriedenheit, sondern um das Gegenteil von Pech, also Glücksfälle, die man auf das Wirken des Zufalls oder „Schicksals“ zurückführt, ein Zusammenspiel günstiger Ereignisse, scheinbar unabhängig von eigenem Zutun, von Leistung oder Anstrengung. Während manche Menschen jedes Gelingen in ihrem Leben auf Glück zurückführen, beharren andere auf ihrer Leistung, obwohl vermutlich auch viel Glück dabei war. Katrin fragt sich, wie wir den Unwägbarkeiten des Lebens begegnen sollten.

Schreiben
Bei Alexandra dreht sich in dieser Folge alles um das Glück des Schreibens. Dabei denkt sie über die Bedeutung nach, die das Aufschreiben von Gedanken, Gefühlen und Beobachtungen in ihrem eigenen Leben hatte und setzt sich mit einem Essay von George Orwell auseinander, der vier Motive des Schreibens identifiziert hat: Freude an Ästhetik, das Bedürfnis, Zeugnis abzulegen, politisches Engagement und Egoismus. Heute bestimmen zunehmend Trends, Bestseller-Marketing und die Sucht nach Aufmerksamkeit, was geschrieben wird. Von welchen Dämonen lassen wir uns treiben und wohin?

Shownotes:

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21. Februar 2024
von Alexandra
Keine Kommentare

Schweigen und Gewissen

Schweigen
Das Schweigen hat einen schlechten Ruf. Wer nicht mit der Sprache rausrückt, hat ein Vertrauensproblem, wer Dinge für sich behält, gilt als egoistischer Eigenbrötler. Opfer schweigen aus Scham, Täter werden schweigend geschützt. Ist Schweigen also etwas, das unbedingt überwunden gehört? Alexandra versucht sich an einer Ehrenrettung des Schweigens. Denn gerade im Ungesagten, das jede Konkretisierung verweigert, kann Heilungspotenzial stecken.

Gewissen
Immer alles richtig machen, sich nichts zu Schulden kommen lassen: Das gute Gewissen entlastet und versichert uns, im Sinne der Gemeinschaft zu handeln. Aber Vorsicht! Denn das gute Gewissen muss keineswegs das Ergebnis moralisch richtigen Handelns sein. Katrin findet dazu Erhellendes bei Hannah Arendt und zeigt auf, wie trügerisch das „gute Gewissen“ sein kann und wie manipulierbar ein schlechtes Gewissen uns macht.

Shownotes:

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17. Januar 2024
von Alexandra
2 Kommentare

Vertrauen und Obsessionen

Vertrauen

Katrin plädiert in dieser Folge für Vertrauen. Denn Vertrauen ist die Grundvoraussetzung für Zusammenhalt, Gemeinschaft und Kooperation. Keine gute Beziehung ohne Vertrauen. Doch zu vertrauen, ist auch eine Herausforderung, denn wer vertraut, gibt Kontrolle ab, macht sich verletzlich und geht ein Risiko ein. Aus der Soziologie wissen wir, dass Vertrauen Komplexität reduziert und für das Funktionieren einer Gesellschaft unabdingbar ist. Aber wie gehen wir mit schlechten Erfahrungen, mit Verrat und Vertrauensbruch um? Ist eine misstrauische Haltung am Ende nicht die bessere? 

Obsessionen

Alexandra wagt sich in die faszinierende Welt der Obsessionen und Manien: Seien es Star-Kult, in dem sich aufgestaute Energie und verdrängte Emotionen entladen, Mode-Hypes, die vom belastenden Weltgeschehen ablenken, oder die ganz persönlichen Leidenschaften, die uns so in Beschlag nehmen, dass wir in den Wahnsinn zu kippen drohen. Obsessionen offenbaren unsere Irrationalität, sie sind aber auch ein großer Treiber von kreativen Schöpfungen und wissenschaftlichen Entdeckungen. Nicht zuletzt sind Manien in all ihren Erscheinungsformen ein schillerndes Kaleidoskop unserer Vielfalt. 

Links und Hintergründe

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13. Dezember 2023
von Alexandra
2 Kommentare

Sehnsucht und Ambivalenz

Diesmal ergründen wir zwei Haltungen und Strategien, die uns helfen, mit den Unstimmigkeiten und Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Dazu befragen wir die Sehnsucht nach ihrem Potenzial, eine heilsame Gegenwirklichkeit zu erschaffen und beschäftigen uns mit der Ambiguitätstoleranz, einer Fähigkeit, die wir mehr brauchen denn je, um Spaltungen entgegenzuwirken.

Sehnsucht

Alexandra versenkt sich in die Bilder von Caspar David Friedrich und erinnert sich an den Eskapismus ihrer Jugend, an kindliche Realitätsfluchten und dunkel-romantische Schwärmereien. Ist jede Sehnsucht ein Ruf des Abenteuers, dem wir folgen sollten? Eine berechtigte Frage, denn die Sehnsucht kann, wie jede andere Sucht auch, verheerende Folgen haben. Für uns selbst und für den Planeten.

Ambivalenz

Seit den ersten Folgen „anekdotisch evident“ legen wir großen Wert auf den Ambivalenzgehalt unserer Themen. Höchste Zeit, sich mit dem Phänomen selbst zu beschäftigen! Seit dem 7. Oktober werden viele Menschen von „gemischten Gefühlen“ geplagt, auch Katrin, die den Krieg in Israel und im Gazastreifen journalistisch verfolgt. Ambiguitätstoleranz, also die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten, scheint die Haltung zu sein, die wir brauchen, um gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken. Aber wie kommen wir dahin?

Links und Hintergründe



15. November 2023
von Alexandra
Keine Kommentare

Zukunft und Hässlichkeit

Diesmal beschäftigen wir uns mit der hässlichen Zukunft und der Zukunft der Hässlichkeit. Ist ein schönes Leben nur im Hier und Jetzt möglich? Und werden wir je aufhören, uns hässlich zu fühlen?

Zukunft

Es gibt viele Gründe, sich nicht mit der Zukunft zu beschäftigen. Das Unbekannte macht Angst und die Prognosen geben wenig Anlass zur Hoffnung. Wer sein Wohlbefinden verbessern will, sollte aufhören, sich Sorgen zu machen und seine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick richten. Aber ist das wirklich der beste Weg? Katrin hat die intensive Beschäftigung mit der Zukunft als entlastende Praxis entdeckt, die nicht nur wertvolle Erkenntnisse sondern auch realistische Perspektiven generiert.

Hässlichkeit

Der Kampf gegen Schönheitsnormen scheint aussichtslos. Die treibende Kraft hinter weiblicher Selbstoptimierung bis ins hohe Alter ist nicht nur der Wunsch nach (mehr) Schönheit, sondern vor allem die Angst vor der Hässlichkeit. Denn das Hässliche rechtfertigt den Hass, es markiert eine Person als nicht liebenswert, nicht schützenswert, nicht würdig, mit Respekt behandelt zu werden. Die Künstlerin Moshtari Hilal widmet sich dem Phänomen in ihrem berührenden Buch „Hässlichkeit“. Gewappnet mit neuen Erkenntnissen macht Alexandra sich Gedanken darüber, ob es nicht doch Wege gibt, den ewigen Kampf zwischen „schön“ und „hässlich“ zu beenden.

Shownotes:

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11. Oktober 2023
von Alexandra
4 Kommentare

Heuchelei und Zufriedenheit

Alexandra und Katrin haben beide Sophie Passmanns Buch „Pick me-Girls“ gelesen und diskutieren diesmal über zwei Themen, die sie dabei besonders angesprochen haben: Bei Alexandra ist es die Heuchelei, bei Katrin die Zufriedenheit. Wie das zusammenpasst?

Heuchelei

Nicht ehrlich zu sagen, was man denkt, die eigene Meinung lieber hinter dem verstecken, was als gesellschaftlich akzeptabel gilt – und sich dabei einen Vorteil erhoffen: Heuchelei ist verführerisch und allgegenwärtig. Sie kann den Alltag leichter machen. Sie birgt aber auch eine Gefahr: Wenn alle das Spiel der Heuchelei mitspielen und ihre eigene Wahrheit nicht mehr aussprechen, sind Unfreiheit und Diskursarmut die Folge. Wenn wir es wagen, der Heuchelei zu widerstehen, eröffnen sich neue Räume für Austausch und Wahrhaftigkeit. Ein Wagnis, das Sophie Passmann einen Shitstorm nach dem anderen beschert – Alexandra aber zutiefst beglückt. Denn nach Wahrhaftigkeit ist sie geradezu süchtig!

Zufriedenheit

Was kann das Patriarchat einer zufriedenen Frau anhaben? – Diese Frage stellt Sophie Passmann in „Pickme-Girls“ und rechtfertigt mit der Suche nach der eigenen Zufriedenheit diverse fragwürdige Zwischenstationen in ihrem Leben. Gefunden hat sie ihre vollkommene Zufriedenheit bisher nicht – aber sie ist ihr doch näher gekommen. Wenn Zufiedenheit und wahrlich frei macht, wie erreichen wir sie dann? – Diese Frage haben schon die großen griechischen Philiosophen zu beantworten versucht. Nur sprachen sie nicht von Zufriedenheit, sondern von „Eudaimonie“. Ein Zustand, dem Selbstzufriedenheit zumindest innewohnt und der weder durch Substanzen, noch durch Geld herbeigeführt werden kann.

Am Ende merken wir: Zufriedenheit und Wahrhaftigkeit gehen Hand in Hand.

Links und Hintergründe

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13. September 2023
von Alexandra
3 Kommentare

Gemeinschaft und Komplimente

Katrin sucht nach Zugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl. Wie finden wir den Ort, an dem wir angenommen werden, wie wir sind? Versuche, Teil einer Gemeinschaft zu werden, sind häufig ernüchternd. Ist Zugehörigkeit nur ein Mythos? Ja, solange wir glauben, dass es dafür keinen Preis zu zahlen gibt.

Alexandra hadert mit Komplimenten und der pauschalen Kritik daran. Schließlich stärken sie das Selbstbewusstsein und können Beziehungen sehr bereichern. Aber gilt das für jedes Kompliment, in jeder Situation und Konstellation? Keineswegs! Denn Komplimente sind eine gefährliche Droge, die sehr bewusst verabreicht und genossen werden will.

Links und Hintergründe

16. August 2023
von Alexandra
9 Kommentare

Körper und Messlatten

Der Körper ist ein „absoluter Ort“. Wie stark wir ihn auch verändern, verlassen können wir ihn nicht. Er schwitzt, er missfällt uns, er bereitet uns Schmerzen, gleichzeitig ist er unser einziges Instrument, die Welt zu erfahren. Alexandra fragt sich, was unsere Beziehung zum Körper prägt. Ist es möglich, in einer Gesellschaft, die permanent Aussagen über gute und schlechte Körper trifft, eine authentische Beziehung zu seiner Leiblichkeit aufzubauen?

Auch Katrin hadert mit der inneren Stimme, die ihr immer neue Messlatten vorlegt. Es gilt, den eigenen Ansprüchen zu genügen, sein Potenzial maximal zu entfalten, in allen Lebensbereichen Perfektion walten zu lassen. Aber zu welchem Preis? Woran messen wir uns eigentlich? Und wozu?

Shownotes:
In trockenen Büchern: ITB025 Ortswechsel
Reclam: Claire Marin: An seinem Platz sein
Ullstein: Saralisa Volm: Das ewige Ungenügend
Goodreads: Susie Orbach: Bodies
Dumont: Reshma Saujani: Mutig, nicht perfekt

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