Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

20. Januar 2019
von Alexandra
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ae18 Hoffnung

Hoffnungen können groß und klein sein. Sie richten sich auf gute Vorsätze oder die Erfüllung von Herzenswünschen, aber auch auf die Heilung schlimmer Krankheiten oder den möglichen Weltuntergang. Jeder hat seinen eigenen Begriff von der Hoffnung. Diese Bedeutungsoffenheit riecht nach Wohlfühlfloskel, wäre die Hoffnung als das Helle nicht immer auf das Dunkle bezogen. Denn Hoffnung spielt erst dann eine Rolle, wenn die Aussichen alles andere als rosig sind. In dieser Folge stellen wir uns die Kantsche Frage, worauf wir eigentlich hoffen dürfen. Gibt es eine vernünftige Weltsicht zwischen illusorischem Optimismus und destruktivem Pessimismus? Was macht die Hoffnung so ambivalent?


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6. Dezember 2018
von Alexandra
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Nachschlag Geld

Schöne Bescherung! Zu Nikolaus legen wir euch allen unseren aktuellen Nachschlag in den Stiefel!

Darin stellt Katrin ein paar Irrtümer aus der letzten Folge richtig, und Alexandra plagen Zweifel, ob die Beschäftigung mit Geld sich wirklich immer “auszahlt”. Dazu euer Feedback und unsere bewährten Empfehlungen aus Literatur, Hörfunk und TV!


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3. Dezember 2018
von Alexandra
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ae17 Lügen

Niemand prahlt damit, ein guter Lügner zu sein, doch wenn wir ehrlich sind, lügen wir den ganzen Tag. Wir lügen über den Grund unserer Verspätung, machen aus Höflichkeit falsche Komplimente, beschönigen die Fakten, manipulieren das Kind. Lügen sind hilfreich und verlockend, was sie moralisch zweifelhaft macht – gleichzeitig sind sie die Grundlage zwischenmenschlicher Kommunikation. Gelungene Beziehungen, beruflicher Erfolg und Lebenszufriedenheit sind eng mit unserer Fähigkeit, zu lügen, verbunden. Aber sollten wir deswegen unsere Bedenken über Bord werfen und die Lüge preisen? Welche Gefahren drohen einer Gesellschaft, die das Interesse an der Unterscheidung zwischen wahr und falsch verloren hat? Wenn wir in dieser Folge eines gelernt haben, dann das: Ohne einen differenzierten Umgang mit der Lüge ist die Wahrheit nicht zu haben.


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21. Oktober 2018
von Alexandra
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ae16 Geld

Geld ist nicht nur effizientes Tauschmittel, sondern auch Motor des Fortschritts und der Modernisierung. Geld hat uns als Menschheit in die Freiheit geführt und zur Rationalisierung der Welt beigetragen. Aber ob diese neoliberalen Überzeugungen wirklich zutreffen, darf angezweifelt werden. Die Verteufelung des Geldes hat eine lange Geschichte, denn hinter der Neutralität und Toleranz von Münzen und Scheinen steht ein unpersönliches System, in dem das Individuum keine Rolle spielt. Jeden Tag können wir erleben, wie Geld die Welt ein bisschen schlechter macht. Aber ist das auch anders denkbar? Kann Geld auch andere Gefühle aktivieren als Gier? Können wir als Menschheit den Umgang mit Geld neu erlernen? Kann es uns am Ende sogar helfen, die Welt ein Stück besser zu machen? Um das herauszufinden, müssen wir endlich über Geld sprechen – gegen alle inneren Widerstände. Wir haben schon mal den Anfang gemacht.

 


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17. August 2018
von Alexandra
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ae15 Schmutz

Schmutz ist unerwünscht. Schmutz ist der Feind jeder Ordnung. Umso ärgerlicher, dass wir den Kampf gegen ihn nie gewinnen werden. Als Nebenprodukt der Zivilisation begleitet er die Entwicklung unserer Identität, seine Ablehnung hilft, soziale Hierarchien zu errichten und Gesellschaft zu ordnen. Hinter unserer Schmutz-Aversion steckt nicht nur die Sorge um Hygiene. Wenn wir von „Schmuddelkindern“ sprechen, von „schmutzigen Geschäften“ oder „schmutzigen Gedanken“, wird deutlich, dass Schmutz eine kulturelle Kategorie ist, die ausschließt und unterdrückt, was nicht in die gängigen Vorstellungen passt. Dass Schmutz auch produktiv und bereichernd ist, können wir dagegen in Kunst, Film und Musik regelmäßig erfahren. In dieser Folge spüren wir den Bedeutungsschichten des Schmutzes nach und überlegen, ob ein Leben ohne Schmutz wirklich wünschenswert wäre. 

 


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11. Juli 2018
von Alexandra
6 Kommentare

ae14 Feiern

Überall wo es menschelt, werden Feste gefeiert. Für kurze Zeit darf man den Alltag hinter sich lassen, sich selbst vergessen und als Teil einer Gemeinschaft erleben. In allen Kulturen gehören geteiltes Essen, besondere Kleidung, Tanz, Musik und Rausch dazu. Feste verbinden uns mit der Geschichte der Menschheit, denn sie bleiben uns erhalten, während sich lediglich ihr Gewand ändert: Die ekstatischen Rituale von Stammesgesellschaften tauchen auf Rock-Festivals der 1960er und Raves der 1990er wieder auf. Aus heidnischen Festen wurden christliche, aber ihre Übernahme durch den Kapitalismus schreitet immer weiter voran. Vielleicht ist das der Grund, weshalb wir Feiern immer häufiger als sinnentleerte “Events” erleben? Wir haben in dieser Folge der wahren Bedeutung des Feierns nachgespürt und schließen uns Demokrit an: „Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr.“

 


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30. Mai 2018
von Alexandra
9 Kommentare

ae013 Träume

Ob Erlebnis im Schlaf, Wunsch für die Zukunft, gesellschaftliche Idealvorstellung oder Schweifen der Phantasie: Träume schöpfen aus der Realität und wirken auf sie zurück. Dabei scheren sie sich nicht um Naturgesetze, Logik oder Wahrscheinlichkeit. Dadurch wird denkbar, was noch nicht in der Welt ist; Träume sind „Vorschein von wirklich-möglichem“ (Ernst Bloch) und haben eine utopische, zukunftsformende Kraft. Aber was passiert in einer Wohlstandsgesellschaft, die sich alle Wünsche mit ein paar Klicks erfüllen kann? Haben Träume im Kapitalismus nur noch einen dekorativen Nutzen als Schriftzug auf T-Shirts und Tassen? Außerdem sprechen wir über Träume als Quelle der Selbsterkenntnis, als Problemlöser, Ratgeber und Orakel und entdecken sie als poetische Gegenwelt der Kunst und Überlebensstrategie in seelischer Not.

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20. April 2018
von Alexandra
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ae012 Wut

Wut ist eine Basisemotion. Über alle Kulturen hinweg spricht der Körper des Wütenden die gleiche Sprache: der Kopf läuft rot an, das Gesicht ist verzerrt, jeder Muskel angespannt. Der Zornige brüllt und schäumt wie ein wildes Tier. In grauer Vorzeit war die Demonstration von Wut wichtig, um uns gegen Feinde zu verteidigen. In der heutigen Zeit, die Gelassenheit und Selbstbeherrschung predigt, hat Wut einen besonders schlechten Ruf. Nicht ohne Grund, schließlich zeigt uns die Erfahrung, dass Wut eine zerstörerische Kraft ist, die gegen unsere Vernunft arbeitet. Allzu leichtfertig sollten wir die Wut aber nicht verabschieden, denn Wut zeigt an, was uns wichtig ist. Als Impulsgeber und Antrieb für Kunst und gesellschaftlichen Fortschritt ist sie außerdem unverzichtbar. Wir haben antike und moderne Philosophen gelesen und in unseren eigenen Abgründen gewühlt. Mögen die Ergebnisse eure Wut kanalisieren helfen und das allgemeine Erregungsniveau senken!

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12. März 2018
von Alexandra
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ae011 Normalität

Regelmäßig, üblich, maßgebend, typisch, durchschnittlich, gewöhnlich, gewohnt, erwartet, universal, allgemein, konventionell, korrekt, herkömmlich: Normalität ist ein Konzept, das wir intuitiv verstehen, doch wenn wir genauer werden wollen, kommen wir ins Schwitzen. Denn was normal ist und was nicht, ist eine Frage der Interpretation, und die ist abhängig von Zeit, Ort und Kultur des Interpretierenden. Während in autoritären Systemen Normalität erwünscht und gefordert wurde und einen Überlebensvorteil darstellte, scheint unsere individualistische Gesellschaft sich stärker am Besonderen als am Allgemeinen zu orientieren. Und doch ist die Frage nach der eigenen Normalität in verschiedenen Lebensphasen von ungeheurer Brisanz.

 

In dieser Folge sprechen wir über Sinn und Unsinn von Normalitätsvorstellungen, Möglichkeiten und Grenzen psychiatrischer Diagnosen und die Zukunft des Normalen.

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31. Januar 2018
von Alexandra
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ae010 Verlierer

Verlieren hat viele Bedeutungen. Wir können unseren Regenschirm verlieren, oder gleich unseren Verstand. Wir verlieren, wenn wir im Spiel unterliegen oder wenn wir an unseren eigenen Erwartungen scheitern.  Die einen verlieren auf einen Schlag ihre Heimat, während die ewigen Verlierer aus Deutschland, kollektiv erstarkt, der AfD applaudieren. Unsere kapitalistisch geprägte Welt hat wenig übrig für den Verlierer, doch in der Popkultur genießt er ikonischen Status. Denn im Gegensatz zum geradlinigen Gewinner haben seine Geschichten Tiefe und Aussicht auf eine Wendung. Nur wer fällt, hat die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Ist das Verlieren am Ende eine Kunst, deren Beherrschung die Voraussetzung für echten Erfolg ist? Wie Nelson Mandela so treffend sagte: “Ich verliere nie. Entweder ich gewinne, oder ich lerne.“ Wir spüren in dieser Folge dem Elend, aber auch dem Glanz des Verlierens nach und freuen uns auf eure Geschichten!

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