Dankbarkeit begegnet uns auf Kalenderblättern und Teebeuteletiketten, verkauft leere Hefte als ultimatives Selbstoptimierungstool und verspricht Wohlgefühl und „inneren Reichtum“. Auf den ersten Blick ein undankbares Thema für unser streitbares Format! Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Dank sich früher weniger auf ein inneres Erleben bezog als auf die Verwaltung von Schuldigkeiten; von Opfergaben über Gegengaben bis hin zur Vergeltung. Wer Dank empfängt, steht in einer Verbindung zu jemandem, und diese Verbindung kann verpflichten. Wer erinnert sich nicht an das Unbehagen, sich als Kind bei der Tante für den Kratzpullover bedanken zu müssen oder fürchtet den Vorwurf, „undankbar“ zu sein, wenn er sich nicht einer Autorität unterwirft?
In dieser Folge sprechen Katrin und Alexandra über Dankbarkeit, Schuld und Gegenseitigkeit und den Unterschied zwischen echter Anerkennung und erzwungener Höflichkeit.
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Links und Hintergründe
- Studie: Undervaluing Gratitude: Expressers Misunderstand the Consequences of Showing Appreciation
- Meta-Studie: The effects of gratitude interventions: a systematic review and meta-analysis
- Dumont: Meg Josephson: Bist du sauer auf mich? Wie du aufhörst, anderen gefallen zu wollen, und endlich dein Leben lebst
- Wikipedia: Paideia
- RealClearDefense: USAID and the Erosion of U.S. Soft Power