Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

Spaß

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„Mir muss eine Sache Spaß machen, sonst werde ich krank.“ schreibt Heinrich Böll in „Ansichten eines Clowns.“ Was damals noch anmaßend klingen mochte, ist heute für viele unverhandelbar: Spaß muss überall dabei sein. Beim Lernen, in der Arbeit, bei gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden und Familie. Was nicht „locker und unterhaltsam“ daherkommt, hat schon verloren, zumindest den Kampf um unsere Aufmerksamkeit. Wir gehen der Frage nach, woher diese Gier nach Spaß kommt, wo Vorsicht angebracht ist und wie wir den Faktor Spaß nutzen können, ohne damit uns selbst und anderen zu schaden.

Links und Hintergründe

6 Kommentare

  1. Schöne Folge!
    Ich habe mich gefragt, wir sehr wir uns über unseren Spaß (Freizeit, und Hobbys wurden damit ja in Verbindung gebracht) freuen sollten, da dieser auf Kosten anderer (ausgebeutete Menschen, Menschen späterer Generationen) geht. Was nicht bedeuten soll, dass Spaß nicht anderes zu haben wäre.
    Ich denke, wenn das nicht vergessen wird, und sich dagegen angiert wird, kann man gut damit leben. Vorrausgestzt die Ambiguität ist ertragbar.
    Und es ist auch okay, während eines Kriegs zu einer Veranstaltung zu gehen, dessen Raum mit russischem Gas beheizt wird. Wenn einem danach aber nicht ist, auch.

  2. Spiel Empfehlungen:
    THUD (ein Scheibenwelt-Brettspiel)
    Auf die Nüsse (kompaktes, witziges Würfelspiel)

    Ori and the blind Forrest + Ori and the Will of the Wisps (Teil 1 & 2 eines wunderschönen Jump’n Run Computerspiels)

    Kingdom – Two Crowns (Pixelart Computerspiel mit Splitscreen-Coop Modus, sehr atmosphärisch und strategisch)

    It takes Two (Coop Computerspiel im 3rd Person Modus, Empfehlung für Paare)

  3. Zu den Spielen:

    Love Letter – Kurzweiliges kartenspiel

    Dog – Wie „Mensch ärgere dich nicht“ nur besser

    Imperial – Zynische Hintergrundgeschichte wir sind alle Schweizer Investoren und hetzen die Länder gegeneinander auf um Profit zu machen.

    5 Minute Dungeon – Titel sagt schon alles. Die App dazu ist empfehlenswert

    The crew – Kolaboratives Stichkartenspiel. Mir gefällt die Tiefsee edition am besten.

    Living Forest –

    Anno domini – Gutes Ratespiel, gibt es in verschiedenen Editionen.

    Alle Spiele des Jahres sind eigentlich immer eine gute Wahl.

  4. ich habe dieselbe erfahrung gemacht, dass ich nach abschluss eines duolingo-kurses die sprache nicht frei sprechen konnte. ich bin aber davon überzeugt, dass das problem bei der fehlenden individuellen betreuung liegt. bei duolingo gibt es ja die standardsätze, die man lernt. man lernt nicht, wie man sie variieren oder an die eigene situation anpassen kann, weil die software dazu viel zu inflexibel ist. sie kann nicht auf tausenderlei antworten auf eine frage reagieren. sie kann nur schauen, ob ein satz (oder dessen übersetzung) richtig reproduziert wurde. ich kann mich erinnern, dass es in der webversion von duolingo damals auch grammatische erklärungen gab. es hat mir nicht ausreichend weitergeholfen.

    • Es ist halt bestenfalls Unterhaltung. 😉 Mit einem Satz wie „Der Bär passt nicht durch die Tür“ kommt man auch im Urlaub nicht weit. Trotzdem kann man die App würdigen für das, was sie kann: Oberflächlich damit vertraut machen, wie eine Sprache klingt und aussieht. Wer eine Sprache wirklich lernen will, muss sie schon PAUKEN. Zum Glück kann das durch ganz angenehme Aktivitäten ergänzt werden, wie Serien/Filme in der jeweiligen Sprache schauen (mit Untertiteln). Und wenn das bewusst gelernte auf das passiv aufgesogene trifft, geschieht das Wunder.

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