Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

ae013 Träume

| 5 Kommentare

Ob Erlebnis im Schlaf, Wunsch für die Zukunft, gesellschaftliche Idealvorstellung oder Schweifen der Phantasie: Träume schöpfen aus der Realität und wirken auf sie zurück. Dabei scheren sie sich nicht um Naturgesetze, Logik oder Wahrscheinlichkeit. Dadurch wird denkbar, was noch nicht in der Welt ist; Träume sind „Vorschein von wirklich-möglichem“ (Ernst Bloch) und haben eine utopische, zukunftsformende Kraft. Aber was passiert in einer Wohlstandsgesellschaft, die sich alle Wünsche mit ein paar Klicks erfüllen kann? Haben Träume im Kapitalismus nur noch einen dekorativen Nutzen als Schriftzug auf T-Shirts und Tassen? Außerdem sprechen wir über Träume als Quelle der Selbsterkenntnis, als Problemlöser, Ratgeber und Orakel und entdecken sie als poetische Gegenwelt der Kunst und Überlebensstrategie in seelischer Not.


Shownotes:

Harald Welzer: Selbst denken!

Harald Welzer im Gespräch im SWR2 Forum zum Thema Veränderung

Gilgamesch und das Gilgamesch Epos (Wikipedia)

Die Traumlegende um Kaiser Konstantin

Artemidor von Daldis (Wikipedia)

Antike und moderne Deutung von Traumsymbolen: traumdeuter.ch

Klartraum / luzider Traum (Wikipedia)

Franz Kafka

Magischer Realismus

Surrealismus

Paul McCartneys Traum von “Yesterday”

Tagtraum

Anne of Green Gables

Der Traumzauberbaum (Wikipedia)

The Power of Dreams and Memories | Jeff Gould | TEDxUSD

Michael Ende: Momo und Filmausschnitt Puppe “Bibigirl” (Youtube)

“Träumen Sie schön!” Soziologische Studie von Antje Böhme über Berliner Einkaufszentrum “Das Schloss”

Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung

 
 
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5 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese weitere, sehr interessante Folge!
    Ich bin mit fast allem was ihr da so erzählt habt einverstanden, nur ein Paar Dinge würde ich gerne hinzufügen:
    1) ich denke nicht, dass Träume NUR dafür da sind, um etwas zu lernen. Z.B. sind meine Träume nur sehr selten mit der Realität, oder überhaupt mit etwas sinnvollem verbunden. Viel zu oft bin nicht einmal ich selbst in meinen nächtlichen Träumen, sondern mein Gehirn denkt sich irgendwelche imaginären Charaktere aus, die dann wie in einem Buch oder Film sich in ein übernatürliches Abenteuer stürzen. Meistens habe ich Träume aus denen man einfach nichts lernen kann; die einfach nur Spaß machen oder extrem verrückt sind.
    2) Oft Träume ich über Träume. D.h. ich fantasiere gerne über mögliche übernatürlichen Signifikaten die hinter einem Traum oder einen “zu großen Zufall” stecken könnten. Beispiel: “Dieser Verstorbener oder mein Schutzengel muss hinter diesem Traum stecken”. Viele könnten dies als extrem dumm sehen, aber ich finde es ist das Gegenteil: alles was einen stärker macht, und Hoffnung und Zufriedenheit schenkt, ist gut und intelligent. Es gibt nichts schöneres als der eigenen Fantasie freien Lauf zu geben, deshalb verstehe ich nur zu gut eure Liebe für Anne of Green Gables.
    Nochmal danke und LG

    • Huhu,

      danke für die Anekdote des Träumens übers Träumen 🙂
      Ich habe auch nicht gemeint, dass Lernen der einzige Zweck ist, wenn ich mich recht erinnere, sage ich das auch explizit, dass es EINER ist.

      Liebe Grüße
      Katrin

  2. Liebe Katrin, tut mir sehr leid dass ich es missverstanden habe! Danke für’s korrigieren!

  3. Vielen Dank für eure schönen Sendungen, das musste ich einfach mal loswerden.

    Da ihr leider keine allgemeine Kommentarspalte habt, wollte ich es einmal hier loswerden… Und vielleicht hat es ja auch ein wenig mit Träumen zu tun: Herzlichen Glückwunsch zum erreichen des 500€ Steady-Ziels.

    Macht bitte weiter so.

  4. Ich habe schon mal geschrieben, weil ich (vorwiegend) jungen Mensch beim Schritt ins Berufsleben helfe. Oft kommen die mit ihren „Traumberufen“, die leider häufig sehr unrealistisch sind (Youtube-Star) oder sich eher naja sich an merkwürdigen Dingen orientieren wie „Ich will Architekt sein, weil die immer in schönen Räumen sind“, aber gar nicht an der wirklichen Arbeit des Architekten interessiert sind sondern an dessen Prestige. Ich habe früher immer gesagt: „Seien Sie doch mal realistisch!“ Aber der Satz ist irgendwie so eklig und bringt auch nichts weiter ausser Verdruss.
    Eine ältere Kollegin hat mir dann aber geraten, dass Träume sehr wichtig sind und man die nicht wegschieben sollte, sondern als das annehmen, was sie sind.
    Es macht total viel mehr Spass, wenn man seinem Leben eine andere vielleicht traumhafte Perspektive gibt. Wenn ich Astronaut werden will und mir den Rucksack als Raumanzugrucksack vorstelle und den Bus zur Schule als Shuttle, ist es auf einmal geiler. Und wenn ich Psychologie studiere und mir vorstelle, dass ich später Menschen helfen kann, lässt mich das auch die ätzenden Statistik-Prüfungen überstehen…
    Träume helfen, dürfen aber auch Träume bleiben. Wie immer eine schöne Sendung. Danke!

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