Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

Kindheit

| 4 Kommentare

Ob Kindheit als die schönste oder die schlimmste Zeit des Lebens beschrieben wird, hängt davon ab, wen man fragt. Während die meisten Kinder möglichst schnell groß werden wollen, um endlich tun zu können, was sie wollen, verklären viele Erwachsene ihre frühen Jahre als Zeit der Sorglosigkeit und geistigen Offenheit. Wenn sie nicht gerade in der Psychotherapie mit dem „inneren Kind“ arbeiten müssen, um tiefsitzende Traumata und Ängste loszuwerden.

In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der Dialektik der Kindheit. Welche Widersprüche und Ambivalenzen stecken in dieser Phase, die ausnahmslos alle Erwachsenen durchlebt haben? Ist unsere Gesellschaft infantil, wie vielerorts behauptet wird? Und kann man sich seine Kindlichkeit bewahren, ohne kindisches Verhalten an den Tag zu legen? Finden wir es heraus!

Shownotes:

Wenn euch anekdotisch evident gefällt, dann schmeißt doch ein paar Euro in einen unserer Hüte – das hält das Angebot am Leben.

4 Kommentare

  1. Hi Ihr beiden,

    hab den Podcast letztens mal angefangen zu hören, weil ich schon lange die Wrintheit höre und seit einigen Monaten auch die Wochendämmerung. Muss sagen finde den Podcast toll! Hier knüpft mein Kommentar auch an: Podcasts und Kindheit.
    Ich glaube, dadurch dass ich bereits mit 14-15 angefangen habe Podcasts mit erwachsenen zu hören hat mir eine deutlich andere Sicht auf die Welt gegeben. Alexandra meinte sehr wenige Kinder sind sich bewusst wie toll es ist ein Kind zu sein und ich konnte auch nie schnell genug erwachsen werden. Doch die Perspektive die ich durch ältere, die nicht meine Eltern waren, bekommen habe, hat mich mit 16 ca erkennen lassen, dass ich gerade die beste Zeit meines Lebens lebe. Ich möchte mich gar nicht profilieren, sondern eher den Einfluss aufzeigen, den Podcasts auf Kinder/ Jugendliche haben können. Besonders in Phasen in denen Jugendliche sich von Ihren Eltern abwenden.
    Wenn ein Erwachsener (den man ja als Kind völlig anders wahrnimmt als als anderer Erwachsener) einem sympathisch ist und dieser noch von Dingen erzählt mit denen man sich identifizieren kann, beeinflusst einen dies sehr als Jugendlicher.
    In meinem Fall bin ich einfach so arrogant und behaupte es hat mir nicht geschadet eher im Gegenteil, ich konnte in bestimmten Punkten früh eine erwachsene und vernünftige Haltung einnehmen ohne dazu durch Zwänge oder Umstände gebracht zu werden. Und konnte viele Ängste ablegen, da ich gemerkt hab dass diese Dinge offensichtlich irrelevant werden.
    Habe die Folge noch nicht fertig gehört und falls ihr darüber noch nicht gesprochen habt, würde mich interessieren, was ihr davon haltet? Werden Kinder früher vernünftiger oder weiser, wenn sie frühzeitig dem Einfluss sympathischer Erwachsener ausgesetzt sind, die nicht die eigenen Eltern sind?

    Vielleicht komme ich auch einfach aus einer anderen Zeit, Alexandra hat davon geredet, dass sie nie wie die Erwachsenen werden will weil diese nicht spielten. Meinte Eltern haben beide gearbeitet und haben trotzdem Zeit gefunden oft mit mir zu Spielen und ich sie haben auch des öfteren Spieleabende mit Freunden gemacht, vielleicht hatte ich dadurch keine so ernsthafte Sicht auf Erwachsene.

    Hoffe das hat halbwegs reingepasst und danke für die schönen Sendungen von euch beiden!

    • @David
      Du fragst: „Werden Kinder früher vernünftiger oder weiser, wenn sie frühzeitig dem Einfluss sympathischer Erwachsener ausgesetzt sind, die nicht die eigenen Eltern sind?“ Ich glaube: ja. Aber auch umgekehrt dürfte es einen Effekt geben. Klugen Kindern wird es schneller langweilig, nur Kinderspiele zu spielen, und suchen bewusst den Kontakt zu Erwachsenen, beteiligen sich an deren Gesprächen und so weoter. dabei würde ich die Eltern aus dem Kreis der kontaktbereiten Erwachsenen gar nicht ausschließen wollen.

  2. ganz grossartige sendung
    vielen dank

  3. Zum Thema „Kinder erziehen ihre Eltern“:
    Ich sehe es auch so wie Kadda, dass Kinder oft einfach etwas anstoßen, das schon länger in uns schlummert und uns Erwachsenen den letzten Schubs geben, sodass wir uns endlich so verhalten können wie wir es eigentlich möchten.
    Bei uns war es das Beispiel Fleischessen:
    Ich habe es 39 Jahre lang nicht geschafft, damit aufzuhören, obwohl es mir das Herz zerreißt, wenn ich sehe, wie Tiere gequält und ausgebeutet werden, und obwohl ich weiß, dass es aus Klimaschutzgründen logisch wäre, sich pflanzlich zu ernähren. Erst, als meine Kinder (damals 8 und 10) beschlossen haben, Vegetarierinnen zu werden, konnte ich mich auch dazu entscheiden.
    Auch Alkohol trinke ich ihretwegen nicht mehr, und auch hier war es so, dass das Thema lange in mir gegärt hat und sie mit ihren Fragen („Was gibt’s denn eigentlich Gutes am Alkohol?“ u.a.) den letzten Stupser zu meiner Entscheidung (der besten meines Lebens) geliefert haben.
    Danke für die Folge und Eure vielen Denkanstöße!

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