Anekdotisch Evident

Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei

Kleidung

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Als nackt geborene Wesen, die eine unwirtliche, von allerlei Wetterlagen heimgesuchte Welt bewohnen, kommen wir an Kleidung nicht vorbei. Ursprünglich hatte sie eine schützende und damit lebenserhaltende Funktion, doch der Mensch hat sie bald in Schichten aus Bedeutung verwandelt. Ob wir uns in sogenannte „Sitzschuhe“ quälen oder das bequeme Holzfällerhemd vorziehen: jedes Kleidungsstück trifft eine Aussage über uns und unser Verhältnis zur Welt. In dieser Folge begeben wir uns in die scheinbar oberflächliche Welt der Mode und wühlen nach den Must-Have-Erkenntnissen der Saison!

Links und Hintergründe

3 Kommentare

  1. Spannende Folge!
    Ich denke nun über Kleidung in meinem Arbeitskontext nach. Ich bin an einem Krankenhaus tätige Ärztin. Alle Mitarbeiter*innen bekommen die Arbeitskleidung von der Klinik gestellt, für verschiedene Berufsgruppen gibts verschiedene Kleidung. Eigentlich ‘sollen’ wir als ärztliches Personal weiße Polohemden (die leider durchsichtig sind), weiße Hosen und weiße Kittel tragen.
    Bloß dass sich eingebürgert hat, dass viele Assistenzärzt*innen stattdessen blaue Kasacks (‘scrubs’) tragen, die eigentlich dem Pflegepersonal ‘gehören’. In einigen Bereichen (vor allem in Intensiv- und Notfallmedizin) gilt es gradezu als Zeichen von Arroganz, wenn ein Arzt sich weiß kleidet anstatt blau wie das Pflegepersonal.

    Gleichzeitig wird man als Frau mit blauem Kasack eigentlich immer für eine Krankenschwester gehalten, der Standard-Patient kann Frauen nur dann als Ärztinnen identifizieren, wenn diese weiß tragen (auch ein Stetoskop und ein Dr.med. auf dem Namensschild sind da nicht ausreichend). So wird man dann gezwungen, den nicht nur überheblichen, sondern auch eher unhygienischen weißen Kittel wieder aus dem Schrank zu holen. Männliche Pfleger werden dagegen sogar in Pflegekleidung noch eher für einen Arzt gehalten, als eine Frau in Arztkleidung.

    Im englisch-australischen Raum tragen Ärzt:innen übrigens zum Teil schicke Businesskleidung und nur Pflegepersonal die klassische Krankenhauskleidung. Von dort kenne ich Erfahrungsberichte, dass asiatische Ärzt*innen trotz High Heels und Kostüm trotzdem noch für Krankenschwestern gehalten werden (der Anteil an Philippinerinnen am Pflegepersonal ist dort sehr hoch).

    Am Ende des Tages bin ich trotz dieser ganzen Ambivalenzen wahnsinnig froh, das etwas, was mehr oder weniger ein Schlafanzug ist, als adäquate Arbeitskleidung für mich sozial akzeptiert ist 😉

  2. Ich bin unbedingt für Schuluniformen. Was mich immer wunderte, dass Uniformen die Menschen einerseits äußerlich vereinheitlichen sollen, aber andererseits die gleichen Uniformen dann wieder mit Abzeichen geschmückt werden, um doch den Status hervor zu heben. Der Mensch kann es einfach nicht lassen.

    Zu meiner Schulzeit waren meine Eltern zwar nicht so arm, dass sie mir keine Klamotten hätten kaufen können, aber es hat mich schlicht einfach nicht interessiert. Ich hatte ganz andere Sorgen und Interessen. Der Markenfetischismus taucht wohl auch eher im proletarischen Milieu auf, wo man meint, sich mit Marken hervor heben zu können. Dann spart man einfach für ein bestimmtes Kleidungsstück, um Stilsicherheit zu demonstrieren. Im Bürgerlichen Milieu hingegen trägt man von Haus aus schon einfach Boss Anzüge und Rolex.

  3. Vielen Dank für die schöne Sendung:)
    Ich musste beim Schneidern auch gleich an Cosplay denken und wie Fan sein und das nachmachen Teil von Mode auch sein können.

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