Misstrauen gegen die Nachbarn, Entfremdung in der Familie, langjährige Freundschaften, die über Meinungsverschiedenheiten zerbrechen: Seit der Corona-Pandmie machen wir soziale Erfahrungen, die wir als Ausdruck gesellschaftlicher Spaltung deuten. Dabei kommen soziologische Studien zu gänzlich anderen Befunden, die Gesellschaft sei gar nicht so gespalten, wie es uns scheint. Im Gespräch denken wir über diesen scheinbaren Widerspruch nach und beleuchten die Hintergründe unterschiedlicher Wahrnehmungen.
Lässt sich gegen Spaltungstendenzen und Polarisierung überhaupt etwas tun? Während Katrin dafür plädiert, Kategorien von „Entweder/Oder“ fallen zu lassen und sie durch „Sowohl als auch“ zu ersetzen, fragt Alexandra, ob Demokratie mit ihrem Anspruch auf Integration und Partizipation der „Massen“ ohne Polarisierung überhaupt möglich ist.
Unterstützt uns!
Anekdotisch evident kostet im Moment mehr, als es über Crowdfunding einbringt – ihr könnt uns dabei helfen, das zu ändern. Damit es anekdotisch evident weiterhin gibt. Am besten direkt an hauseins (Verwendungszweck „anekdotisch evident“) oder mit einem Abo bei steady.
Shownotes:
- Suhrkamp: Steffan Mau, Thomas Lux & Linus Westheuser: Triggerpunkte
- DIW / Marcel Fratzscher: Wie gespalten ist Deutschland wirklich?
- Quarks: Hass, Wut und Spaltung: Driften wir immer weiter auseinander?
- Suhrkamp: Nils Kumkar: Polarisierung. Die Ordnung der Politik
- Wikipedia: Cleavage-Theorie
- Bundeszentrale für politische Bildung: Lassen sich Parteien noch klassifizieren?
- ISI / Fraunhofer: Wie gespalten ist die deutsche Gesellschaft – und was bedeutet das für die Transformationsbereitschaft der Energie- und Mobilitätswende?
- Wind und Wurzeln: Gegen die gesellschaftliche Spaltung: Wie wir Scheindebatten und Tribalismus stoppen
- Youtube / TED: That Open Secret About Political Polarization | Jake Teeny